Die gemeinsame Erziehung von Kindern
mit und ohne Behinderung
Integration meint in unserer Kindertageseinrichtung
das Zusammenleben von nicht behinderten Kindern mit behinderten
oder von Behinderung bedrohten Kindern in einem Regelkindergarten.
Behinderte und Nichtbehinderte wachsen gemeinsam auf.
Unterstützt vom Mitarbeiterinnenteam lernen sie voneinander
und miteinander. Rücksichtnahme, Toleranz und Akzeptanz
sind wichtige Elemente unserer integrativen Arbeit.
Behinderte Kinder werden tagtäglich
mit ihren Defiziten konfrontiert. Sie möchten aber
nicht bemitleidet, sondern so angenommen werden, wie sie
sind. In unserer christlichen Kita-Gemeinschaft spüren
sie, dass sie ernst genommen werden, dass sie nicht nur
für sich selbst Hilfe empfangen, sondern Erfahrungen
und Ermutigungen auch an andere weitergeben können.
So sind alle eingebunden in einen Kreislauf des gegenseitigen
Gebens und Nehmens.
Behinderte Kinder werden nicht isoliert
wie etwa durch den Besuch einer Sondereinrichtung, sondern
können in ihrem Umfeld mit ihnen dort bekannten Kindern
die Kindertageseinrichtung besuchen.
Für die Eltern behinderter
Kinder bedeutet die wohnortnahe Unterbringung
eine Erleichterung in der Planung ihres Tagesablaufes. So
können sie besser Kontakte zu anderen Familien aufbauen
und fühlen sich nicht ausgegrenzt.
Für die MitarbeiterInnen bedeutet
das, sich einzulassen auf behinderte Kinder, regelmäßige
Fortbildung und Beratung anzunehmen, das pädagogische
Konzept ständig weiterzuentwickeln und entsprechende
räumliche Bedingungen zu schaffen.
Eine besondere Unterstützung erhält
das Team durch zusätzliche Fachkräfte. Sie entlasten
die Kleinteams auf Gruppenebene. Somit ist es u.a. möglich,
täglich gezielte Bewegungseinheiten in der Turnhalle
anzubieten. Weiterhin werden durch tägliche Kleingruppenarbeit
behinderte und nicht behinderte Kinder gefördert. Auch
die regelmäßigen psychomotorischen Angebote durch
unsere Motopädin/Gruppenleiterin sind durch den Einsatz
der zusätzlichen Fachkräfte möglich.
Eine wichtige Voraussetzung unserer integrativen
Arbeit ist eine enge Zusammenarbeit mit der Frühförderstelle,
mit Kinderärzten, Ergotherapeuten, Logopäden,
Kinder- und Jugendpsychiatern, der Erziehungsberatungsstelle
und mit dem KSD (Kommunaler Sozialer Dienst der Stadt Münster).
Unsere Integrationsarbeit wird vom Landschaftsverband
Westfalen-Lippe besonders unterstützt durch die Förderung
der zusätzlichen Fachkräfte, mit Fachliteratur
und Fortbildungsmaßnahmen. Weiterhin erfahren wir
Unterstützung durch unsere TrägervertreterInnen
und die Fachberatung des Diözesancaritasverbandes Münster.
Bewegungserziehung
"Nimm mir nicht die Steine aus dem
Weg, sondern zeige mir, wie ich sie überwinden kann."
Dieser Satz von Renate Zimmer (Professorin für Bewegungserziehung
und Psychomotorik) ist für uns der Leitgedanke in der
Bewegungserziehung, aber auch im täglichen pädagogischen
Handeln mit den Kindern.
Kinder haben ein elementares Bedürfnis
nach Bewegung. Bewegung ist Ausdruck von Lebensfreude -
zugleich aber auch ein wichtiges Mittel ihrer Entwicklungsförderung.
Für eine gesunde körperliche, aber auch geistige,
emotionale und soziale Entwicklung des Kindes sind ausreichende
Spiel- und Bewegungserfahrungen unersetzlich. Lernen im
frühen Kindesalter ist in erster Linie Lernen über
Wahrnehmung und Bewegung.
Da die Lebensräume für Kinder
durch zunehmenden Autoverkehr, verändertem Freizeitverhalten
der Familien, enge Wohn- bzw. Lebensräume immer mehr
eingeschränkt werden, dienen die vielfältigen
Bewegungsmög-lichkeiten in unserer Einrichtung (z.
b. im Bewegungsraum, im Außengelände, durch Turnangebote
und Erkundungsspaziergänge) dazu, die Kinder zu einer
selbstbewussten Persönlichkeit heranwachsen zu lassen.
Außerdem wird - statistisch gesehen - das Unfallrisiko
erheblich gesenkt, denn die Kinder gewinnen durch vielfältige
Bewegungsabläufe an Sicherheit und Stärke.
Durch die vielseitigen Bewegungsmöglichkeiten
werden die Gesamtkoordination, die Raum-begrifflichkeit,
das Gleichgewicht, die Muskelspannung und die Sinnesleistung
der Kinder gefördert. Auch die Bedeutung der Bewegung
für die emotionale Entwicklung ist unumstritten, weil
die Lust an der Bewegung, die Freude sich auszutoben, positive
Auswirkungen auf die psychische Befindlichkeit haben.
Wird die Freude der Bewegung in frühen
Jahren zu Grunde gelegt, so kann man davon ausgehen, dass
im Sinne von Nachhaltigkeit ein Grundstein für eine
gesunde Lebensführung gelegt wird.
Bewegungsspiele
auf dem Spielplatz
Bewegungserziehung findet täglich auf unserem großen
Außengelände statt. So haben die Kinder die Möglichkeit,
über vielfältigste Angebote ihr Spiel draußen
selber zu gestalten. Auf dem neu gestalteten Bereich hinter
dem Gebäude der Kindertageseinrichtung haben sie die
Möglichkeit, zu balancieren, zu schaukeln oder sich
in der Hängematte zu erholen, zu träumen oder
soziale Kontakte zu schließen. Das neu erworbene Außentrampolin
bietet die Möglichkeit, nicht nur zu springen oder
zu hüpfen, sondern dient der Stärkung des vestibulären
Systems (Gleichgewichts-stabilisierung), schult den gesamten
Muskeltonus und die Konzentration der beiden Hirnhälften
und dient somit der Stärkung der Tiefensensibilität.
Bei der Nutzung
der Nest-Schaukel werden die Kinder u.a. in ihrem Sozial-verhalten
unterstützt, der integrative Grundgedanke unseres täglichen
pädagogischen Handelns kommt auch hier zum Tragen.
Das heißt, abwarten (können), wenn die Schaukel
besetzt ist oder Rücksicht nehmen (lernen), wenn ein
Kind sich nicht so richtig traut. Der Spielhügel ist
bei den Kindern sehr beliebt und hat einen hohen Aufforderungscharakter.
Er bietet den Kindern unterschiedlichste motorische Schwierigkeitsstufen,
physikalische Gesetz-mäßigkeiten wie etwa hoch
- tief, langsam - schnell, vorwärts – rückwärts
finden hier Berücksichtigung.